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    Threat Intelligence

    LockBit & Akira: Profil der gefährlichsten Ransomware-Gruppen 2026

    27.6.20269 Min.

    Ransomware-Angriffe sind 2026 wieder auf Rekordniveau – und zwei Gruppen stechen heraus: LockBit und Akira. Beide setzen auf das Ransomware-as-a-Service-Modell, beide nutzen Double-Extortion (Verschlüsselung + Datendiebstahl), beide haben den deutschen Mittelstand fest im Blick. Wer ihre Vorgehensweise kennt, kann gezielt die richtigen Hebel ziehen – und muss nicht in panischen Aktionismus verfallen.

    Warum LockBit und Akira?

    Beide Gruppen dominieren die Leak-Sites mit deutschen Opfern: Maschinenbau, Logistik, Gesundheitswesen, Kanzleien, Steuerberater, Stadtwerke. Sie sind professionalisiert wie ein Software-Hersteller – mit Support-Portalen für „Affiliates", Bug-Bounties für ihre eigene Schadsoftware und PR-Strategien gegenüber Opfern und Medien.

    Steckbrief: LockBit

    MerkmalDetails
    Aktiv seit2019 (LockBit 1.0), aktuell LockBit Green/4.0 nach Takedown 2024
    GeschäftsmodellRansomware-as-a-Service (RaaS), 20 % Provision an Operator
    Branchenfokus DEMittelstand, Maschinenbau, Logistik, Stadtwerke, Behörden
    ErstzugriffGeleakte Credentials, exponierte RDP/VPN, ungepatchte Edge-Geräte (Fortinet, Citrix, Ivanti)
    BesonderheitSchnellste Verschlüsselung am Markt; aggressives Double-Extortion mit Countdown-Timer
    Typische Lösegeldforderung200 Tsd. bis mehrere Mio. €, abhängig vom Umsatz

    Steckbrief: Akira

    MerkmalDetails
    Aktiv seitMärz 2023, kontinuierlich wachsend
    GeschäftsmodellRaaS mit Conti-Erbe (technisch & personell)
    Branchenfokus DEKMU, Gesundheitswesen, Bildung, Fertigung, Beratung
    ErstzugriffVPN ohne MFA, gestohlene Cisco-/Fortinet-Zugänge, Phishing
    BesonderheitLinux/ESXi-Variante – zerstört Virtualisierungs-Hosts und Backups in einem Rutsch
    Typische Lösegeldforderung50 Tsd. bis 5 Mio. €, oft mit Rabatt bei schneller Zahlung

    Wie laufen die Angriffe ab? (Kill Chain)

    1. Initial Access: Erbeutete Zugangsdaten aus dem Darknet, exponiertes VPN/RDP, ungepatchte Edge-Geräte, Phishing mit OAuth-Token-Diebstahl.
    2. Persistence: Lokale Service-Accounts, Scheduled Tasks, AnyDesk/TeamViewer als „legitimes" Remote-Tool.
    3. Privilege Escalation & Discovery: Pass-the-Hash, Kerberoasting, BloodHound zur Active-Directory-Aufklärung.
    4. Lateral Movement: SMB, RDP, PsExec, Impacket – innerhalb von Stunden bis wenige Tage.
    5. Datenabzug: Rclone, MEGA, Filezilla, oft mehrere hundert GB. Hier passiert der eigentliche Reputationsschaden.
    6. Backup-Zerstörung: Veeam, ESXi-Snapshots, Cloud-Backups mit erbeuteten Admin-Tokens.
    7. Verschlüsselung: Massen-Encryption oft nachts oder am Wochenende. Bei Akira parallel auf ESXi-Hosts.
    8. Erpressung: Leak-Site-Listing, Pressemitteilung, Kunden- und Lieferantenbenachrichtigung als Druckmittel.

    Die 5 Eintrittstüren, durch die LockBit und Akira fast immer reinkommen

    • Geleakte Zugangsdaten aus Datenlecks (Darknet-Marktplätze, Stealer-Logs).
    • VPN/RDP ohne MFA – die mit Abstand häufigste Einbruchstelle.
    • Ungepatchte Edge-Geräte: Fortinet, Citrix, Ivanti, Cisco ASA, SonicWall.
    • Phishing mit OAuth-Token-Hijack (Microsoft 365 / Entra ID).
    • Unsichere ESXi-Hosts: exponiertes Management-Interface, Standard-Credentials, fehlende Updates.

    Was wirklich schützt – die 10 Maßnahmen mit dem höchsten ROI

    1. MFA überall: Pflicht für VPN, RDP, M365, Admin-Accounts. Phishing-resistent (FIDO2) für privilegierte Konten.
    2. Edge-Patching binnen 72 h: Fortinet, Citrix, Ivanti, Exchange. Idealerweise automatisch mit Notfallausnahme.
    3. EDR/MDR auf allen Endpunkten inkl. Server und ESXi – siehe unser Managed Detection & Response.
    4. Privileged Access Management: Domain-Admins nie auf Workstations, separate Admin-Konten, Just-in-Time-Erhöhung.
    5. Backup-Härtung: Immutable Backups (S3 Object Lock, Veeam Hardened Repository), getrennt vom AD, regelmäßig restore-getestet.
    6. Netzwerk-Segmentation: Server, OT und Backup-Netze von Office-LAN trennen. Idealerweise Microsegmentation per Zero Trust.
    7. Darknet-Monitoring: Geleakte Zugangsdaten erkennen, bevor LockBit-Affiliates sie nutzen – siehe Darknet Monitoring.
    8. Phishing-Resilienz: Awareness-Programm plus technische Härtung von M365 (Mailbox-Forwarding sperren, OAuth-Apps überwachen).
    9. Incident-Response-Plan & Tabletop: Wer entscheidet über Zahlung, Anwalt, Kommunikation? Im Vorfeld geklärt, nicht im Chaos.
    10. 24/7-Reaktion: Angriffe laufen nachts und am Wochenende. Ohne 24/7-Detection & Response ist die MTTR zu lang.

    Soll man zahlen? (Kurze Antwort: nein)

    BKA, BSI und LKA raten klar von Zahlungen ab. Gründe:

    • Keine Garantie auf funktionierenden Entschlüsseler – bei LockBit oft fehlerhaft, Datenverlust trotz Zahlung.
    • Daten werden trotz Zahlung weitergegeben oder weiterverkauft.
    • Wer einmal zahlt, ist Wiederholungsziel.
    • Zahlungen können gegen Sanktionsrecht verstoßen (LockBit-Affiliates mit Russland-Bezug).
    • Versicherungsrechtlich kritisch – Cyberversicherer kürzen bei mangelhafter Prävention.

    Stattdessen: Wiederherstellung aus saubereren Backups, Forensik, Meldung an BSI/Polizei, Krisenkommunikation.

    Wie Valyros vor LockBit, Akira & Co. schützt

    Wir bündeln die wirksamsten Maßnahmen in einem integrierten Service – damit Sie nicht 8 Tools von 8 Anbietern orchestrieren müssen:

    • 24/7 Managed Detection & Response mit deutschen Analysten und Mean Time to Respond < 15 Minuten – inkl. ESXi/Linux-Server.
    • Darknet Monitoring: Frühwarnung bei geleakten Mitarbeiter- und Admin-Zugängen, bevor Affiliates sie kaufen.
    • SOAR-Playbooks für Brute-Force, Impossible-Travel, RDP-Anomalien und ESXi-Logins – automatische Eindämmung in Sekunden.
    • Edge-Patch-Monitoring für Fortinet, Citrix, Ivanti und Co.
    • Incident-Response-Bereitschaft: Pre-Engagement-Vertrag, Forensik, Krisenkommunikation, Behördenmeldung.
    • Härtungs- und Backup-Audit – konkrete Liste der Lücken, die LockBit/Akira aktuell ausnutzen.
    • NIS2- und ISO-27001-taugliches Reporting über unseren externen ISB.

    Sprechen Sie mit uns über einen Ransomware-Readiness-Check – wir bewerten in 2 Wochen, wie groß Ihr Risiko gegenüber LockBit und Akira aktuell ist, und priorisieren die 3 wirksamsten Maßnahmen.

    Weiterlesen: Ransomware-Schutz für den Mittelstand · Managed Detection & Response · Darknet Monitoring

    Häufige Fragen

    Was ist LockBit?

    LockBit ist seit 2019 eine der aktivsten Ransomware-as-a-Service-Gruppen weltweit. Sie verschlüsselt Daten, stiehlt sie parallel und erpresst Unternehmen mit Veröffentlichung auf einer Leak-Site. Trotz eines Takedowns durch internationale Behörden 2024 ist die Gruppe weiter aktiv.

    Was ist die Akira-Ransomware?

    Akira ist eine seit 2023 aktive Ransomware-Gruppe mit Conti-Erbe. Sie greift bevorzugt VPN-Zugänge ohne MFA und ESXi-Hosts an, verschlüsselt Daten und droht mit Veröffentlichung. Besonders gefährlich ist die Linux/ESXi-Variante, die Virtualisierungs-Hosts und Backups in einem Schritt zerstört.

    Wie kommen LockBit und Akira typischerweise ins Netzwerk?

    Über fünf Hauptwege: geleakte Zugangsdaten aus dem Darknet, VPN/RDP ohne MFA, ungepatchte Edge-Geräte (Fortinet, Citrix, Ivanti), Phishing mit OAuth-Token-Diebstahl und unsicher konfigurierte ESXi-Hosts.

    Soll man bei einem Ransomware-Angriff zahlen?

    Nein. BKA, BSI und LKA raten geschlossen davon ab: keine Garantie auf funktionierende Entschlüsselung, Daten werden trotz Zahlung weitergegeben, Wiederholungsangriffe drohen, mögliche Sanktionsverstöße und Probleme mit der Cyberversicherung. Stattdessen Wiederherstellung aus Backups, Forensik und Meldung an die Behörden.

    Wie schützt Valyros vor LockBit und Akira?

    Valyros kombiniert 24/7 Managed Detection & Response mit deutschen Analysten, Darknet Monitoring für geleakte Zugänge, SOAR-Playbooks zur automatischen Eindämmung, Edge-Patch-Monitoring, Backup-Härtung und Incident-Response-Bereitschaft – als integrierten Service aus einer Hand.

    MDR mit 24/7-SOC aus Deutschland

    Valyros betreibt ein 24/7-SOC und schützt KMU, Arztpraxen, Kanzleien und den Mittelstand – DSGVO-konform mit Datenhaltung in Deutschland.

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