KRITIS-Dachgesetz 2026: Wer betroffen ist und was gilt
Mit dem KRITIS-Dachgesetz setzt Deutschland die europäische CER-Richtlinie (Critical Entities Resilience) um – parallel zu NIS2 für die digitale Seite. Während NIS2 die Cybersicherheit regelt, regelt das KRITIS-Dachgesetz die physische und organisatorische Resilienz kritischer Infrastrukturen. Für viele Unternehmen bedeutet das: doppelte Pflichten, neue Meldewege, neue Nachweise – und ein deutlich erweiterter Kreis von Betroffenen.
Was ist das KRITIS-Dachgesetz?
Das KRITIS-Dachgesetz schafft erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für den Schutz kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Bisher war der KRITIS-Schutz auf einzelne Sektorgesetze (Energie, Telekommunikation, IT-Sicherheitsgesetz) verteilt – das neue Gesetz bündelt physische Sicherheit, Notfallplanung, Lieferkettenresilienz und Personalsicherheit in einem Rahmenwerk.
Wichtig: Das KRITIS-Dachgesetz ersetzt nicht NIS2 – beide gelten parallel. NIS2 deckt die Cyber-Seite ab, das Dachgesetz die physische und organisatorische Resilienz.
Wer ist vom KRITIS-Dachgesetz betroffen?
Der Betroffenenkreis ist deutlich größer als beim bisherigen IT-Sicherheitsgesetz 2.0. Erfasst sind Betreiber kritischer Anlagen in 11 Sektoren:
- Energie (Strom, Gas, Öl, Fernwärme)
- Transport und Verkehr (Luft, Schiene, Straße, Wasser)
- Bankwesen und Finanzmarktinfrastruktur
- Gesundheit (Krankenhäuser, Labore, Pharma)
- Trink- und Abwasser
- Digitale Infrastruktur und IKT-Dienste
- Öffentliche Verwaltung
- Weltraum
- Produktion, Verarbeitung und Vertrieb von Lebensmitteln
- Chemie
- Forschungseinrichtungen
Maßgeblich sind sektorenspezifische Schwellenwerte (Versorgungsgrad, Anlagengröße, Patientenzahl etc.). Wer darüber liegt, gilt als „Betreiber kritischer Anlagen" und muss sich registrieren.
Welche Pflichten bringt das KRITIS-Dachgesetz?
| Pflicht | Was bedeutet das konkret? |
|---|---|
| Registrierungspflicht | Selbstmeldung beim BBK innerhalb fester Fristen |
| Resilienzplan | Schriftliches Konzept zu Risiken, Maßnahmen, Notfallplanung |
| Risikoanalyse | Alle 4 Jahre verpflichtend, inkl. All-Hazards-Ansatz (Naturgefahren, Sabotage, Cyber, Personalmangel) |
| Technische und organisatorische Maßnahmen | Zutrittskontrolle, Perimeterschutz, Redundanz, Notstrom, Krisenkommunikation |
| Personalsicherheit | Zuverlässigkeitsprüfungen für sensible Positionen |
| Vorfallmeldung | Erhebliche Störungen binnen 24 h beim BBK melden |
| Nachweispflicht | Audits und Nachweise alle 3 Jahre |
Verhältnis KRITIS-Dachgesetz, NIS2 und BSIG
Viele Unternehmen fragen sich: Welches Gesetz gilt für mich? Die kurze Antwort: möglicherweise alle drei. Das KRITIS-Dachgesetz regelt die physisch-organisatorische Resilienz, das BSIG (umgesetzt aus NIS2) die Cybersicherheit. Wer kritischer Betreiber ist, fällt fast immer unter beide Regime. Mehr zur Cyber-Seite in unserem Leitfaden NIS2-Checkliste für KMU.
Bußgelder und Haftung
Das KRITIS-Dachgesetz sieht Bußgelder bis zu 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes vor – wie bei NIS2 mit persönlicher Haftung der Geschäftsleitung bei groben Versäumnissen. Versäumte Meldungen, fehlende Resilienzpläne und Verstöße gegen technisch-organisatorische Mindeststandards sind die häufigsten Bußgeldtatbestände.
5 Schritte zur Umsetzung
- Betroffenheitsprüfung: Liegt Ihr Unternehmen über den sektorspezifischen Schwellenwerten?
- Gap-Analyse: Vergleich des aktuellen Schutzniveaus (physisch, organisatorisch, IT) mit den gesetzlichen Anforderungen.
- Resilienzplan erstellen: All-Hazards-Risikoanalyse, Maßnahmenkatalog, Notfall- und Krisenmanagement.
- Technisch-organisatorische Maßnahmen umsetzen: Zutrittskontrolle, Perimeterschutz, Notstrom, Redundanz, Backup, Personalsicherheit.
- Nachweis- und Meldewege aufbauen: Dokumentation, interne Audits, BBK-Meldekanal, Krisenkommunikation.
Wie Valyros bei KRITIS und NIS2 unterstützt
Wir begleiten KRITIS-Betreiber und NIS2-pflichtige Unternehmen als Sicherheitspartner aus einer Hand – von der Betroffenheitsprüfung bis zur kontinuierlichen Überwachung. Konkret übernehmen wir:
- Compliance-Audit: Gap-Analyse gegen KRITIS-Dachgesetz, NIS2 und ISO 27001 – ein Audit, drei Nachweise.
- Resilienzplan und ISMS: Erstellung und Pflege durch unseren externen Informationssicherheitsbeauftragten.
- Managed Detection & Response: 24/7-Überwachung Ihrer IT-Systeme inkl. Meldepfad zum BBK – siehe MDR-Service.
- Darknet- und Lieferketten-Monitoring: Frühwarnung bei Datenlecks und kompromittierten Zulieferern – siehe Darknet Monitoring.
- Krisenkommunikation und Incident-Response-Plan – inklusive Tabletop-Übungen mit Ihrer Geschäftsleitung.
Alle Leistungen aus Deutschland, mit deutschsprachigem Reporting und auditfähiger Dokumentation. Sprechen Sie mit uns über Ihre KRITIS-Pflichten.
Weiterlesen: NIS2-Checkliste für KMU · SIEM vs SOC vs MDR · Externer ISB: Kosten und Pflichten
Häufige Fragen
Was ist das KRITIS-Dachgesetz?
Das KRITIS-Dachgesetz ist die deutsche Umsetzung der EU-CER-Richtlinie. Es bündelt Anforderungen an die physische und organisatorische Resilienz kritischer Infrastrukturen – parallel zur NIS2-Richtlinie, die die Cybersicherheit regelt.
Wer ist vom KRITIS-Dachgesetz betroffen?
Betreiber kritischer Anlagen in 11 Sektoren – darunter Energie, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Finanzen, Lebensmittel, Chemie, digitale Infrastruktur und öffentliche Verwaltung. Maßgeblich sind sektorenspezifische Schwellenwerte (Versorgungsgrad, Anlagengröße, Patientenzahl).
Was ist der Unterschied zwischen KRITIS-Dachgesetz und NIS2?
NIS2 regelt die Cybersicherheit, das KRITIS-Dachgesetz die physische und organisatorische Resilienz. Viele Betreiber fallen unter beide Regime und müssen Resilienzplan und Cybersicherheitskonzept parallel umsetzen.
Welche Bußgelder drohen bei Verstoß?
Bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes – plus persönliche Haftung der Geschäftsleitung bei groben Versäumnissen.
Wie unterstützt Valyros bei der Umsetzung?
Valyros begleitet KRITIS- und NIS2-Pflichten als Sicherheitspartner aus einer Hand: Betroffenheitsprüfung, Gap-Analyse, Resilienzplan über unseren externen ISB, 24/7 Managed Detection & Response, Darknet-Monitoring und Krisenkommunikation – komplett aus Deutschland.
MDR mit 24/7-SOC aus Deutschland
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